Geplant war eigentlich eine Fahrt nach S-Charl in das Unterengadin. Leider gab es dort kaum Schnee. Im östlichen Südtirol brachte ein Genuatief viel Niederschlag und darauf setzten wir.
Den Olympischen Spielen im nahen Cortina und Antholz haben wir zu verdanken, dass so kurzfristig ein Quartier für 11 Personen in Prags zu finden war. Laut Wirtin unseres Gasthauses blieben die reservierten Kontingente für Olympia Gäste aus. Unser Glück!
Am Tag der Anfahrt visierten wir das Kalksteinjöchl von Sankt Magdalena als Ziel an. Um 12 Uhr standen wir dann auf den Tourenskiern in Sankt Magdalena im Gsieser Tal und gingen zu acht flott in 2,5 Std. zum 2352 m hohen Jöchl. Anschließend fuhren wir bei Pulverschnee die 900 Hm ins Tal. Eine knappe Std. später waren wir im Quartier in Prags. Die gute Schneelage im Gebiet überraschte uns alle. Allerdings war die Lawinenlage angespannt. Risikostufe 3 mit einem Altschneeproblem. Das schränkte die Tourenmöglichkeiten ein.
Als Gebietskenner machten Doris und Alois Greiner Gipfelvorschläge. Der Berggipfel vom “Hohen Haus” mit 2784m Höhe wäre ein geeignetes Ziel für Tag 2. Ausgangspunkt war Innervillgraten, mit 1200 hm Aufstieg und Abfahrt. Start um 8.30 Uhr vom Gasthof mit dem Auto. Um 10 Uhr ging es mit den Tourenskiern los und 4,5 Std. später standen alle 9 Teilnehmer auf dem Gipfel. Ein kalter und wolkenloser Tag begleitete uns. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast fuhren wir in zwei Gruppen die traumhaften Pulverschnee-Hänge ab. Im Talgrund konnten wir dem üblen Harschschnee über eine Forststraße entkommen und hatten somit ein super Skivergnügen. Es folgte die Rückfahrt nach Prags und wieder ein ausgezeichnetes gemeinsames Abendmenü im Tuscherhof.
Tag 3: Eine Dolomiten-Tour sollte es sein.
Doris war am Anreise Tag mit einer befreundeten Bergführerin auf dem Jaufen in den Pragser Dolomiten. Sie berichtete von guten Schneebedingungen, aber es war flach und kurz mit viel Forststraße. Bei der angespannten Lawinenlage blieb die Auswahl begrenzt. Christian Westermeier, ein Freund von uns, war ebenfalls im Gebiet unterwegs und kam zum gemeinsamen Abendessen vorbei. Er war auf der Plätzwiese und von dort aus auf der Pyramidenspitze – ein Nachbargipfel des Dürrensteins. Er war nicht begeistert von der Schneelage dort. Aber er beobachtete, dass gegenüber die Schlucht zur Pinscharte gespurt war und eine entscheidende Lawine, die den Zugang zur Schlucht bedrohte, bereits abgegangen war. Von der Ferne sah die Schneelage gut aus. Wir entschlossen uns, diese Gelegenheit zu nutzen und die Tour zu erkunden. Um 9 Uhr starteten wir mit dem Auto zum Gasthaus Brüggele an der Schranke zur Plätzwiese. 30 Min. Von dort stiegen wir über eine Schlittenpiste mit Skiern hoch zur Stolla Alm auf 2000 m Höhe. Dann weiter durch Latschengelände und über die besagte Lawine hoch in die Schlucht Cadin di Croda Rossa. Senkrechte Felswände links und rechts begleiteten den Aufstieg. Die Pin Scharte unterhalb der Hohen Gaisl war für unsere 12 köpfige Gruppe nicht möglich. Zu schmal und steil für so viele Leute. Wir blieben unterhalb im Kar auf ca. 2500 m und rüsteten uns wieder zur Abfahrt. Lediglich Christian, der unabhängig unterwegs war, und Gisela stiegen die letzten steilen 100 m zur Scharte hoch. Leider war die Sicht heute nicht so gut wie die letzten Tage und auch der Wind hatte in der Schlucht gewütet. Dadurch waren die Schneebedingungen in der Schlucht schlechter als die Tage davor. Zur Stolla Alm allerdings genossen wir wieder wie gewohnt Pulverschnee. Dort beschlossen wir, zur Plätzwiese zu queren, Kaffee und Kuchen lockten uns. Danach ging es über die Zufahrtsstraße und Schlittenpiste wieder ins Tal zu den Autos und zurück zum Tuscherhof.
Tag 4: Noch eine Tour im Lesachtal/Gailtal sollte es sein.
Die Öfenspitze 2334m wurde ausgewählt. Alois kannte die Tücken der Tour. Gisela sollte zur Vorbereitung ihrer anstehenden Tourenleiter Prüfung beim DAV die Rolle der Tourenleiterin übernehmen.
Bei dieser erfahrenen Gruppe keine leichte Aufgabe. (drei ausgebildete DAV Tourenleiter mit langjähriger Erfahrung, und fast jeder Teilnehmer mit weit über 100 Skitouren Erfahrung im Gepäck)
8.30 Uhr Abfahrt mit dem Auto. Um 9.30 Uhr dann der Start am 1500m hohen Kartitscher Sattel mit den Tourenskiern über eine gewalzte Forststraße. Klare Ansagen, die 9-Köpfige Gruppe im Blick behalten, Einzelhangbeurteilung, Beurteilung der Spuranlage und Orientierung waren heute gefordert. Der Aufstieg war sehr abwechslungsreich. Eine Forststraße, kupiertes, lichtes Waldgelände; der erste Steilhang sowie alte Lawinenabgänge wurden fachmännisch beurteilt; eine nicht ganz optimale Aufstiegsspur wurde verbessert. Dann der perfekte Pausenplatz. Von dort konnte man ein eindrucksvolles Chaos von abgegangenen Schneebrettlawinen am breiten Nordhang des Gipfels einsehen. Es galt eine Route durch die Lawinenfelder zum Westende des breiten Nordhanges zu finden, um über diesen Gratrücken zum Gipfel zu gelangen. Besser und schneller als gedacht fanden wir einen Weg zum Grat und spurten hoch zum Gipfel, von dem aus eine eindrucksvolle Föhnwalze über dem karnischen Hauptkamm zu beobachten war. Die hohe Anzahl von Schneebrettlawinen an Steilhängen war ein seltener Anblick und zeigte spektakulär, in welchem labilen Zustand die alte Schneedecke noch vor ein paar Tagen war. Für uns war das eine vorteilhafte Situation. Was weg ist bedroht uns nicht mehr. Die ersten 200 m Abfahrt vom Gipfel bis zum Brotzeitplatz waren von Lawinenfeldern geprägt. Ab da konnten wir wieder schöne Pulverschnee-Hänge bis ins Tal genießen. Bevor es wieder ins Quartier nach Prags ging, gab es noch einen Einkehrschwung beim Klammerwirt.
Tag 5: Eine kurze Skitour vor der Rückreise.
Die Wahl fiel auf die Öwelenke 2556m. Ausgangspunkt Fürat im Villgraten Tal, ca. 1700 m.
8.30 Uhr: Verabschiedung von der Wirtin und letzter Aufbruch ins Villgraten Tal. Das Wetter war und blieb schön, obwohl schlecht angesagt. Allerdings war es deutlich wärmer geworden. Vom Parkplatz Fürat aus ging es zunächst eine Waldschneise steil hoch zu einer Forststraße. Über diese kurz weiter zur Kamelisenalm auf ca. 2000 m Höhe. Anschließend über mäßig steile W-Hänge hoch zur Öwelenke. Zum letzten Mal waren wir zu Elft unterwegs. Für die Abfahrt teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Leider beeinträchtigte die relativ warme Temperatur die Schneequalität für die Abfahrt. Aber es war noch ganz ordentlich zu fahren. Zum Abschluss gab es eine Einkehr in Kalkstein. Dann ging es zurück ins regnerische Bayern.
Mit dabei waren: Alois Greiner, Doris Greiner, Bettina Netzer, Sabine Mitterer, Sabine Pape, Gisela Weiherer, Karl Brunner, Peter Geiger, Jahn Felix Martin, Julius Gmeinwieser, Walter Brunner












